Der Gemeindebrief
Ausg. 15 April - Juni 2003
- Seite 10 -

Seite:   01 |  02 |  03 |  04 |  05 |  06 |  07 |  08 |  09 |  10 |  11 |  12 |  13 |  14 |  Weitere..

Gott will Mensch werden und sein - Der Mensch soll göttlich sein und werden.

Die alte Geschichte handelt von Männern.
Für Männer hat Gewalt, Macht, Eroberung, Unterdrückung, Ausbeutung, Krieg und Sieger-Sein eine große Bedeutung.
Ich assoziiere damit keine Liebe.
Frauen hingegen verkörpern Gefühle, lassen sich von Vernunft leiten, können leichter akzeptieren, können einfach zulassen - ohne Beweise zu fordern, ohne Garantien, ohne Erfolgsaussichten.
Das klingt für mich nach Liebe!

Gott hätte rigoros handeln können. Er hätte auch z. B. seinen Sohn einfach so erschaffen können. - Das wäre männlich!
Gott wählt den biologischen, den menschlichen Weg. Er lässt Maria schwanger werden und sendet seinen Sohn über die reine Menschlichkeit in die Welt.

Aber, wie reagiert Maria?
Ja, sie ist erschrocken! Ganz menschlich, ganz weiblich.
Sie verlangt keine Begründung für ihr Auserwähltsein.
Sie nimmt hin.
Sie ist ganz praktisch - sie hat ja keinen Mann.
Sie stellt sich der Aufgabe, ohne "wenn und aber".
Aus heutiger Sicht, nach 2000 Jahren, übernimmt sie die Verantwortung für die ganze Menschheit.

Überlegen Sie einmal, so wie es Beate Breitmayer es in ihrer Kurzgeschichte getan hat: "Was wäre, wenn Maria NEIN gesagt hätte?"


Seite:   01 |  02 |  03 |  04 |  05 |  06 |  07 |  08 |  09 |  10 |  Nächste Seite